Basis-Information

In diesem Abschnitt möchten wir Antworten auf die häufigst gestellten Fragen geben und Grundsätzliches
zum Thema Allergie erläutern. Sollte Ihnen etwas unklar erscheinen, teilen Sie es uns mit!

 

Naturheilkunde immer beliebter

Eine Trendstudie des Instituts für Demoskopie, Allensbach im Auftrag des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH) im Jahr 2002 ergab, daß 73% der Bevölkerung Naturheilmittel einnehmen.

Was ist Heuschnupfen?

Wenn im Frühjahr oder Frühsommer Ihre Nase juckt, wenn Sie unter Nießanfällen leiden und die Nase läuft oder verstopft ist, wenn die Augen brennen und gerötet sind, dann leiden Sie wahrscheinlich unter Heuschupfen. Heuschnupfen ist nicht einfach eine Allergie auf Heu, sondern auf Pollen von blühenden Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide, Kräutern oder Blumen.
Da Pollen der Auslöser sind, heißt der Heuschnupfen in der medizinischen Fachsprache Pollinosis.
Als "Heuschnüpfler" stehen Sie nicht allein da. Über 25% der Bevölkerung sind allergisch, davon etwa die Hälfte auf Pollen. Das bedeutet: In Deutschland leiden etwa 10 Millionen Menschen an Heuschnupfen.


Wann tritt der Heuschnupfen auf?


Die Beschwerden beginnen, sobald die Pollen, auf die man allergisch ist, zu fliegen beginnen: Von Februar bis April sind es in erster Linie Haselnuß, Erle und Birke. Zwischen Mai und Ende Juli blühen die Gräser und die verschiedenen Getreidearten. Von Juli bis September folgen die Kräuter.
Die Stärke des Pollenfluges ist abhängig vom Wetter. Regen ist für Heuschnüpfler eine wahre Freude, da die Regentropfen die Pollen binden und die Luft auf diese Weise reinigen. Trockenes Wetter verstärkt die Symptome.
Telefonisch und im Internet können Sie sich über den aktuellen Pollenflug informieren (mehr dazu unter links und info-service). Durch die Voraussagen sollten Sie sich allerdings nicht zu sehr beunruhigen lassen, da allein schon die angstvolle Erwartung eines erhöhten Pollenfluges einen ungünstigen Einfluß auf die Symptome haben kann.

Was sind Pollen?

Pollen sind kleine Körnchen, deren Durchmesser etwa der Dicke eines Haares entspricht, sodaß sie mit dem Auge gerade noch als feiner Staub erkennbar sind. Es handelt sich um die männlichen Pflanzenteile, die für die Befruchtung notwendig sind. Bei Pflanzen, die über den Wind bestäubt werden, ist es eine ziemliche Glücksache, ob ein Pollenkorn auf den weiblichen Blütenteil einer anderen Pflanze der gleichen Art trifft. Um die Chancen zu erhöhen, werden Pollen im Überfluß produziert. Pollenkörner sind leicht und werden vom Wind in Höhen bis 500 Meter über Dutzende von Kilometern transportiert.
Die Pollenkörner als Ganzes lösen nicht die Allergie aus. Vielmehr sind dies Eiweiße, die auf der Oberfläche der Pollen sitzen und zur gegenseitigen Erkennung der weiblichen und männlichen Pfanzenteile dienen.

Was ist eine Allergie?

Die Aufgabe des Immunsystems ist, Fremdes, das in den Körper eindringt, abzuwehren. Dies gelingt mit Hilfe von Antikörpern, die gegen den Eindringling (Antigen) gerichtet sind. Die Antikörper heften sich an die Antigene und machen sie unschädlich. Dabei setzen Zellen des Immunsystems chemische Botenstoffe frei (z.B. Histamin), die zu einer Art Entzündung des umgebenden Gewebes führen.
Das Wort Allergie kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus "allos" = "anders" und "ergon"= "arbeiten". Tatsächlich arbeitet bei einer Allergie das Immunsystem anders: Es greift primär unschädliche Stoffe an, die von anderen Menschen toleriert werden, und verhält sich so, als handele es sich um gefährliche Eindringlinge. Eine Allergie ist letztlich eine Fehlreaktion des Immunsystems.

Warum wird ein Mensch allergisch?


Auf diese Frage gibt es noch keine eindeutige Antwort.
Die allgemeine industrielle Luftverschmutzung durch Schwefeldioxid und Staub führt zwar zu Husten und Bronchitis, fördert aber nicht das Auftreten einer Allergie.
Forschungen zeigten ein erstaunliches Ergebnis: In den neuen Bundesländern wurde seit der
Vereinigung die Luft zunehmend sauberer, dennoch verdoppelte sich bis 1994 die Zahl der Allergiker. Die Ursache dafür ist bis heute nicht geklärt.

Einig sind sich die Wissenschaftler darin, daß folgende Umweltfaktoren das Allergierisiko erhöhen:
- Tabakrauch,
- schlechtes Lüften und hohe Luftfeuchtigkeit in Innenräumen,
- Emissionen des Straßenverkehrs
(insbesondere Stickstoffoxide (NOx) und flüchtige organische Verbindungen) und damit verbundene Belastungen an
- Ozon
und
- Schwermetallen

Wissenschaftler des Nationalen Instituts für Allergie und Infektionskrankheiten der USA teilten 1995 eine interessante Beobachtung mit. Sie hatten Mitte der siebziger Jahre Bewohner der südpazifischen Cookinseln besucht. Dort gab es keine Allergien, wohl aber einen hohen Befall mit Würmern. Im Jahr 1992 fand eine Nachuntersuchung statt. In der Zwischenzeit war die Befallsrate mit den Würmern wesentlich gesenkt worden, dafür gab es aber eine erschreckend hohe Zahl von Allergikern.
Ein ähnlicher Zusammenhang konnte auch in Deutschland beobachtet werden.
Kurz nach der Vereinigung wiesen die Kinder in den neuen Bundesländern zehnmal häufiger Antikörper gegen Spulwürmer (Ascaris) auf. Allergien kamen dagegen nur halb so oft vor wie in den alten Bundesländern.

Was diese Befunde für Wissenschaftler so interessant macht ist die Tatsache, daß bei Wurmbefall und bei Allergien die gleiche Art von Antikörpern (Klasse IgE) aktiviert wird.

Im Verdacht, Allergien zu fördern steht auch die hohe Schadstoffbelastung von Wohnräumen, die meist zu kurz gelüftet werden. Möbel, Teppiche, Polster und Textilien setzen Substanzen frei, die im Verdacht stehen den Körper zu belasten. In Hausstaubproben aus Sttaubsaugerbeuteln, die Leser mit gesundheitlichen Problemen eingeschickt hatten, fand die Zeitschrift Ökotest (Heft 4/2002) in einem Teil der Proben Insektengifte, Inhaltsstoffe von Holz- und Flammschutzmitteln, polychlorierte Biphenyle (PCB, die als Weichmacher in Kunstoffen verwendet wurden) und eine ganze Reihe anderer gefährlicher Chemikalien.

Auch die Genetik spielt eine Rolle: Kinder, von denen Vater oder Mutter allergisch ist, haben ein geringeres Risiko eine Allergie zu entwickeln als Kinder bei denen beide Elternteile an einer Allergie leiden.

Ein interessanter Gesichtspunkt ist der Zusammenhang zwischen Virusinfekten und Allergien. Hier sind in den nächsten Jahren mehr Informationen durch neue Forschungsergebnisse zu erwarten. Die Naturheilkunde kennt eine Reihe von pflanzlichen und homöopathischen Mitteln, die gegen Viren wirksam sind. Diese werden, wenn es sich als notwendig erweist, auch bei Allergikern eingesetzt.

Es besteht auch der Verdacht, daß die industriell gefertigte Nahrung mit den vielen chemischen Hilfs- und Zusatzstoffen (u.a. Konservierungsmittel) den Weg für Allergien ebnet. Wissenschaftlich bewiesen ist dies allerdings nicht.

Was passiert beim Heuschnupfen?

Im Falle des Heuschnupfens sind es Pollen, die vom Immunsystem in der Nase bzw. in den Augen als gefährliche Eindringlinge verkannt und mit Antikörpern abgewehrt werden. Diese Antigen-Antikörper-Reaktion wird begleitet von einer entzündlichen Reaktion der Gewebe. Sie führt zu Rötung und Schwellung der Schleimhäute von Nasen- und Rachenraum bzw. der Augen und ist verantwortlich für das lästige Jucken und Brennen und den heftigen Nießreiz. Außerdem bewirkt die Entzündungsreaktion, daß die Nase läuft und die Augen tränen. Auf diese Weise versuchen die Schleimhäute durch vermehrte Absonderung von Sekret die Antigene hinauszuspülen. Der Sinn des Nießens ist, alles mit einem explosionsartigen Luftstrom durch die Nase hinauszubefördern. Der Organismus versucht also mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, die vermeintlich gefährlichen Pollen abzuwehren und aus dem Körper zu transportieren. Das Nießen sollte man deshalb auf keinen Fall unterdrücken.

Was kann Heuschnupfen-Beschwerden verschlimmmern?

Heuschnupfensymptome hängen ab von der Pollenmenge, die mit dem Wind transportiert wird und der individuellen Reaktionsbereitschaft des Immunsystems. Auf Letzteres können sich eine Reihe von Faktoren ungünstig auswirken. Dazu gehören unter anderem: Schlafdefizit, ungesunder Streß, emotionale Belastungen, Infekte (z.B. der Nasennebenhöhlen), Nahrungsmittelallergien und Dysbiose (Störung der bakteriellen Besiedlung des Darms).

Gibt es Heuschnupfen, der das ganze Jahr hindurch anhält?

Selbst wenn sie auf viele unterschiedliche Pollenarten alllergisch sind, haben Sie als Heuschnüpfler im Winter einige Monate Ruhe. Treten Beschwerden im Oktober und November auf, leiden Sie möglicherweise an einer Schimmelpilz-Allergie, da in dieser Zeit, besonders in Waldnähe die Luft vermehrt Schimmelpilzsporen enhält.
Bestehen Fließschnupfen und Nießreiz ohne Pause das ganze Jahr hindurch, müssen noch andere Allergene in Betracht gezogen werden. In Frage kommen Chemikalien im Haushalt, Allergene mit denen man möglicherweise im Beruf oder beim Hobby in Kontakt kommt, Schimmelpilze im Haus, Hausstaub, Tierhaare, Zimmerpflanzen, Nahrungsmittel und vieles andere bis hin zu Duftstoffen in Kosmetika.

 

Können Heuschnupfensymptome auch durch Nahrungsmittel ausgelöst werden?

Nahrungsmittelallergien oder Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten können sehr unterschiedliche Beschwerden verursachen. Es können dabei auch Symptome auftreten, die denjenigen beim Heuschnupfen ganz ähnlich sind. Wenn ein Heuschnupfen sich nicht eindeutig mit dem Pollenflug in Zusammenhang bringen läßt, sollte an eine Kreuzallergie gedacht oder eine Nahrungsmittelallergie oder Nahrungsmittelüberempfindlichkeit in Betracht gezogen werden. Mehr dazu unter "Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer Allergie auf Pollen und Nahrungsmitteln?"

 

 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Allergien auf Pollen und Nahrungsmitteln?

Die in den Pollenkörnern enthaltenen Eiweiße (Antigene) lösen die allergische Reaktion aus. Ganz ähnlich strukturierte Eiweiße kommen in Nahrungsmitteln vor.
Eine Allergie auf zwei verschiedene Stoffe, die beide ähnliche Antigene besitzen, nennt man Kreuzallergie.
Wer beispielsweise auf Birken- oder Erlenpollen allergisch ist, wird während der Pollenflugzeit - manchmal aber auch das ganze Jahr hindurch - unter anderem keine Äpfel, Kirschen oder Pfirsische
vertragen. Wird das Obst gekocht, verändern sich die Eiweiße so, daß sie oft nicht mehr als Allergen erkannt werden. Deshalb löst eingemachtes Obst normalerweise keine Reaktion aus.

 

Pollen Kreuzallergie häufig auf Kreuzallergie seltener auf
Birke, Hasel, Erle Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen, Nüsse (verschiedene Arten) rohe Möhren, Sellerie, Avocado, Curry u.a.
Kiwi, Anis, Gewürze
Gräser, Getreide Tomaten, Getreidekörner, Erdnüsse, Hülsenfrüchte, Soja, Mehle rohe Kartoffeln, Curry, Kiwis u.a.
Kräuter (Beifuß, Wegerich) Sellerie roh und gekocht (!), rohe Möhren, Curry, Anis, Kümmel, Kamille, Petersilie, Dill, Fenchel, Knoblauch Paprika, Chili, Basilikum, Tomaten, Artischocken, Senf, Pfeffer, Estragon, Gewürze

Diese Auflistung ist nicht vollständig; es kann auch zu allergischen Reaktionen mit anderen, nicht genannten Nahrungsmitteln kommen.
Wenn Sie möchten, teilen Sie uns bitte Ihre persönlichen Erfahrungen per e-mail mit.

Woran erkennt man eine Nahrungsmittelallergie? (Selbsttest)

Es wird geschätzt, daß 10% der Bevökerung eine Allergie oder zumindest eine Überempfindlichkeit auf Nahrungsmittel haben.
Bei einer Überempfindlichkeit kommt es nicht zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion. Es liegt keine Allergie vor; trotzdem treten Symptome auf, die einer Allergie ähnlich sind.
Ein häufiger und oftmals nicht wahrgenommener Hinweis auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist die Beschleunigung des Pulses etwa 15 bis 30 Minuten nach einer Mahlzeit. Sie können dies selbst untersuchen: Zählen Sie ihren Puls kurz vor dem Essen, sowie 15 min., 30 und 60 Minuten danach. Erhöht er sich um mehr als 15 Schläge pro Minute, ohne daß Sie körperlich aktiv waren, ein alkoholisches Getränk zu sich genommen oder den Kreislauf durch Kaffee, Tee oder Colagetränke angeregt haben, könnte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bei Ihnen vorliegen.
Andere Anzeichen sind: Blähungen, Völlegfühl, Gluckern mit starken Bewegungen des Darms, krampfartige Beschwerden nach dem Essen, Durchfälle, Erbrechen, Hautjucken, Hautausschläge und im schlimmsten Fall Schwellung des Gesichts oder des Rachenraums sowie asthmatische Beschwerden mit Atemnot. Bei einer Nahrungsmittelallergie oder Nahrungsmittelüberempfindlichkeit können aber auch Symptome auftreten, die eigentlich für Heuschnupfen typisch sind: Nießen, Jucken der Augen.
Letztlich kann es durch Nahrungsmittelüberempfindlichkeit bzw. Nahrunsmittelallergien zu Symptomen kommen, bei denen man nicht so schnell an eine Allergie denkt: Aggressivität, Unkonzentriertheit, Unruhe, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckerhöhung oder Blutdruckabfall.
Gegen Nahrungsmittel, auf die wir allergisch reagieren, haben wir manchmal einen Widerwillen. Häufger verhält es sich aber genau umgekehrt: Was wir jeden Tag mit Begeisterung essen und worauf wir keinesfalls verzichten wollen, sind oftmals Allergene, auf die wir allergisch oder überempfindlich reagieren.

Welches sind die häufigsten Nahrungsmittel-Allergene?

In westlichen Ländern treten Allergien oder Überempfindlichkeiten am häufigsten gegen Weizen und Kuhmilch auf. Daneben gibt es eine fast unübersehbare Zahl von Nahrungsmitteln, Hilfs- und Zusatzstoffen, die als Allergene in Frage kommen. Auf der "Hitliste" der Allergene stehen auch Konservierungsmittel und Farbstoffe.

 

Wie läßt sich eine Nahrungsmittel-Allergie nachweisen?

Grundsätzlich ist es möglich, mit Hilfe eines Hauttests oder an Hand einer Blutprobe Nahrungsmittelallergene ausfindig zu machen. Zuständig hierfür sind Ärzte, die sich auf Allergologie spezialisiert haben.
Diese Tests sind aber nicht sehr zuverlässig. Es kann sein, daß ein Allergen nicht anspricht oder daß harmlose Nahrungsmittel als Allergie auslösend eingestuft werden.
Trotz der Vielzahl der Stoffe, die in Frage kommen, lassen sich nur einige besonders häufige auf der Haut testen; es bleibt dann die Frage, wie es sich mit den anderen Substanzen verhält, die man nicht prüfen konnte. Ähnliches gilt für den Bluttest, der sehr aufwändig, teuer und nicht zuverlässig genug ist. Aus Kostengründen muß man die Laboruntersuchungen auf wenige Substanzen begrenzen. Auch hier bleibt die Unsicherheit, wie es sich mit den vielen hundert anderen Stoffen verhält, die man nicht untersuchen konnte.
Allergologen beklagen, daß heute Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten noch nicht mit genügender Sicherheit erkannt werden können.


Lassen sich Nahrungsmittel-Allergien mit Verfahren aus der Alternativmedizin testen?

Eine der bekanntesten Methoden ist der Muskeltest (kinesiologischer Test). Dieses Verfahren ist gefahrlos und belastet den Patienten nicht. Innerhalb einer Sitzung kann eine ganze Palette von Nahrungsmitteln oder anderen Stoffen überprüft werden.
Die Methode soll von den Indianern überliefert worden sein, die auf diese Weise feststellten, ob Wasser, das sie fanden, genießbar war. Das Verfahren ist nicht wissenschaftlich anerkannt. Es kann zu Fehlern kommen. Die Ergebnisse stimmen nicht immer mit den schulmedizinischen Untersuchungsergebnissen überein. Dennoch liefert diese einfache Methode wertvolle Hinweise. Auf diesem Weg erhält der Patient ohne großen Aufwand Hinweise, wie er seine Ernährung verändern kann. Läßt er die als schädlich getesteten Nahrungsmitttel weg und die Symptome bessern sich, spricht dies für die Richtigkeit des kinesiologischen Testergebnisses.

Wie funktioniert der kinesiologische Muskeltest?

Wer zum ersten Mal davon hört, hält das Ganze für einen Witz. Erst wenn Sie als Tester oder Getesteter persönliche Erfahrungen damit gemacht haben, nehmen Sie die Sache ernst. Im Prinzip streckt die zu testende Person einen Arm horizontal zu Seite, der Tester versucht, für einen Moment den Arm herunterzudrücken. Nimmt der Getestete ein verschlossenes Gläschen in die Hand, in dem sich eine Substanz befindet, auf die er allergisch ist, kommt es zu einer Reaktion des vegetativen Nervensystems, die die Muskulatur des Arms kurzfristig schwächt. Der Tester kann den Arm des Probanden jetzt ohne Schwierigkeit herunterdrücken. Legt der Proband den Behälter mit dem Allergen wieder aus der Hand, erlangt der Arm sofort wieder seine volle Kraft.

Wie verhält es sich mit Allergietests bei Heuschnupfen?

Die Frage, auf welche Pollen man allergisch reagiert und ob zusätzlich Tierhaare, Hausstaub Schimmelpilze eine Rolle spielen, läßt sich sehr gut mit Hilfe von Hauttests ermitteln, wie sie Allergologen durchführen. Diese Allergene sind wesentlich einfacher und zuverlässiger zu bestimmen als Nahrungsmittelallergene.

Kann Heuschnupfen in andere Erkrankungen übergehen?

Es kann ein sog. Etagenwechsel eintreten. Das bedeutet, daß die Allergie sich vom Nasen-Rachen-Raum in die Bronchien ausdehnt und es zu einem Asthma bronchiale mit anfallsweiser Atemnot kommt. Um diesen Etagenwechsel zu verhindern, sollte man den Heuschnupfen behandeln. In Frage kommen nicht nur Medikamente, die die Symptome des Heuschnupfens unterdrücken, sondern auch geeignete Maßnahmen, welche die allergische Reaktionsbereitschaft des Immunsystems vermindern können. Hierfür kommen eine Hyposensibilisierung oder naturheilkundliche Methoden in Frage.

Welche schulmedizinischen Arzneimittel können beim Heuschnupfen eingesetzt werden?

Diese Frage ist nicht Thema dieser Websites und soll daher nicht behandelt werden. Eine Übersicht über verschiedene Arzneimittel finden Sie im Heft Ökotest Heft 4/2002. Die Arzneimittel wurden allerdings sehr schematisch nach Inhaltsstoffen klassifiziert, ohne auf die Wirksamkeit oder die Häufigkeit von Nebenwirkungen einzugehen.
In Frage kommen Augentropfen, Nasentropfen bzw. Nasensprays und Mittel zum Einnehmen. Allen gemeinsam ist, daß sie die allergische Reaktion dämpfen und im günstigsten Fall sogar verhindern. Sie wirken aber nicht heilend auf die Allergie und müssen jedes Jahr zur Pollensaison von Neuem eingenommen werden.


Gibt es eine Methode, die eine Allergie heilt?


Ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren ist die Hyposensibilisierung. Hierbei wird ca. 3 Jahre lang in monatlichem Abstand eine geringe Menge des Allergens unter die Haut gespritzt. Der Körper setzt sich mit dem Allergen auseinander und verlernt gewissermaßen die allergische Reaktion auf die betreffende Substanz. Wer keine Hyposensibilisierung möchte -oder für wen sie nicht geeignet ist- findet andere Möglichkeiten unter "Naturheilverfahren".
Die Hyposensibilisierung ist etwas lästig, da die Injektionsstelle oftmals juckt. Sie ist nicht ohne Risiko, da es in seltenen Fällen nach einer Injektion zu mehr oder weniger schweren allergischen Reaktionen kommen kann. Trotz aller Nachteile bietet eine Hyposensibilisierung die Chance, die Allergie loszuwerden. Die Voraussetzungen dafür sind umso günstiger, je jünger jemand ist und je geringer die Zahl der Stoffe ist, auf die er allergisch reagiert. Es sollten nicht mehr als vier Allergene vorhanden sein. Diese Behandlung führen Ärzte durch, die auf Allergologie spezialisiert sind.

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