Naturheilkundliche Verfahren

In diesem Abschnitt finden Sie Informationen über naturheilkundliche Verfahren.
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Eigenblut-Therapie

Bei einer Eigenblut-Therapie werden einige Milliliter Blut aus einer Vene am Arm abgenommen und anschließend in den Gesäßmuskel wieder eingespritzt. Der Organismus baut das Blut ab, wobei gleichzeitig das Immunsystem aktiviert wird. Die Vorstellung, die dahinter steht, besagt, daß der Körper sich mit der im Blut enthaltenen immunologischen Information auseinandersetzt.
Die Eigenblutinjektion ist eine alte Methode der Erfahrungsheilkunde, wird aber von der wissenschaftlichen Medizin heute noch nicht anerkannt. Immerhin ist sie aber so etabliert, daß sie in der Gebührenordnung für Ärzte aufgeführt ist. Die Beobachtung hat gezeigt, daß Eigenblutinjektionen die Abwehrleistung des Körpers stärken (z.B. bei chronischen Infekten), daneben aber auch eine Überreaktion, wie sie bei der Allergie vorliegt, dämpfen.
Üblicherweise wird eine Serie von 10 Eigenblutinektionen im Abstand von einer Woche vor Beginn der Pollensaison verabreicht. Wer ab Februar auf frühblühende Bäume reagiert, sollte also im Oktober mit der Eigenblutserie beginnen.
Es ist üblich, dem Blut, bevor es eingespritzt wird, ein antiallergisch wirkendes Mittel - vozugsweise ein homöopathisches Präparat - zuzusetzen. Von Mal zu Mal kann man die Blutmenge von anfangs 1/2 ml um jeweils einen halben Milliliter steigern, so daß am Schluß (bei einem Erwachsenen) die Gesamtmenge 5 ml beträgt.
Offenbar ist es ebenso wirksam, immer die gleiche Blutmenge (2 bis 3 ml) zu nehmen.
Eigenblutinjektionen, vorzugsweise in Kombination mit einem Homöopathikum, können auch im akuten Stadium des Heuschnupfens verabreicht werden. Die Blutmenge sollte dann (bei Erwachsenen) nicht mehr als 3 ml betragen.
Als homöopathisches Mittel sollte in allen Fällen das genau zum Patienten passende ausgewählt werden.

Akupunktur

Die chinesische Medizin besitzt eine weit über zweitausend Jahre alte Tradition. Sie diente im alten China in erster Linie dazu, die Menschen gesund zu erhalten und erst in zweiter Linie, Krankheiten zu heilen. Ihre drei Säulen sind die Gabe von Kräutern und anderen Mitteln, Qi Gong ("Schattenboxen") und die Akupunktur.
Akupunktur kommt von "acus"="spitz; Nadel" und "pungere"="stechen". Daß Akupunktur einen positiven Effekt bei Schmerzen hat, wird heute selbst von Seiten der wissenschaftlichen Medizin kaum noch bestritten. Auch beim Heuschnupfen kann Akupunktur helfen. Einzelne Patienten bleiben allein durch Akupunktur frei von Heuschnupfen-Symptomen. Diese Aussage läßt sich jedoch nicht für alle Heuschnüpfler verallgemeinern. Vor einer Akupunktur sollte deshalb geprüft werden, ob das vegetative Nervensystem in der Lage ist, auf den mit der Nadel gesetzten Reiz zu reagieren, oder ob es in seinem Reaktionsvermögen eingeschränkt ist. Im letzteren Fall sprechen Naturheilkundler im Allgemeinen von "Blockaden".
Üblicherweise sind 6 bis 10 Behandlungen erforderlich, die jährlich wiederholt werden müssen. Akupunktur läßt sich mit anderen Behandlungsmethoden (z.B. Homöopathie) kombinieren.


Homöopathie


Die Homöopathie ist mittlerweile zweihundert Jahre alt und wurde von Samuel Hahnemann begründet. Die wissenschaftliche Medizin erkennt sie bis heute nicht an, obwohl es eine Reihe von Studien zu ihrer Wirksamkeit, auch beim Heuschnupfen gibt.
Charakteristisch für die Herstellung von Homöopathika ist, daß sie nach bestimmten Regeln schrittweise immer weiter verdünnt werden. Dieser Vorgang wird "potenzieren" genannt. Zwei Beispiele: Die Bezeichnung "D 12" hinter dem Namen wird "Potenz" genannt und bedeutet, daß die Substanz 12 mal hintereinander jeweils auf ein Zehntel (D = decem = zehn) verdünnt wurde. "C 200" bedeutet: Die Substanz wurde zweihundert mal auf ein Hundertstel (C = centum = hundert) verdünnt.
Homöopathische Mittel, ihre Potenz und ihre Dosierung sollten immer individuell entsprechend den Symptomen des einzelnen Patienten ausgesucht werden. Hier einige Beispiele für Homöopathika, die sich beim Heuschnupfen bewährt haben.
Galphimia glauca. Der Arzt und Apotheker Dr. Markus Wiesenauer prüfte im Verlauf von 10 Jahren an 1000 Patienten die Wirksamkeit dieses Mittels bei Heuschnupfenpatienten. Eine Besserung der Symptomatik zeigte sich bei 80% der behandelten Patienten. Galphimia D12 kann auch prophylaktisch sechs Wochen vor Beginn der Pollensaison genommen werden (abends 7 Tropfen).
Neben vielen anderen Mitteln haben sich in homöopathischer Zubereitung bewährt: Luffa operculata (ein südamerikanisches Kürbisgewächs), insbesondere wenn der Heuschnupfen mit einer Entzündung der Nasennebenhöhlen verbunden ist; Allium cepa (Küchenzwiebel); Formica rufa (Rote Waldameise), Acidum formicicum (Ameisensäure), Sabadilla (Mexikanisches Läusekraut), Cardiospermum (Ballonrebe).

Orthomolekulare Medizin

Der Begrif <orthomolekulare Medizin> bezeichnet die Behandlung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. "Orthos"="richtig". Es geht also darum, molekulare Substanzen in ein richtiges Verhältnis zueinander zu bringen.
Über das Vitamin C stritten sich die Gelehrten schon vor Jahrzehnten. Eine kaum zu überblickende Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen belegt, daß es neben vielen anderen Effekten auch einen Einfluß auf das Immunsystem hat. Vitamin C macht das Histamin unschädlich. Histamin ist ein Stoff, der bei einer allergischen Reaktion von den Zellen des Immunsystems freigesetzt wird und für die Auslösung der Beschwerden (Rötung, Juckreiz) verantwortlich ist.

Zur unterstützenden Behandlung von Allergien empfehlen einige Behandler, mehrere Gramm Vitamin C täglich einzunehmen. Die Erfahrung zeigt, daß bei Allergien oft schon geringere Mengen von Vitamin C einen Effekt haben. Fünfhundert Milligramm, verteilt auf 5 Gaben à 100 mg sind meist schon ausreichend. Die Einnahme wird vereinfacht, indem man Lutschtabletten zu 100 mg verwendet.
Weiterhin werden bei Allergien 10.000 bis 25.000 I.E. Vitamin A (nicht während der Schwangerschaft!) und 100 bis 1.000 mg Pantothensäure empfohlen, die an der Synthese körpereigener Kortikosteroide beteiligt ist. Kortikosteroide, zu denen das bekannte Kortison gehört, dämpfen die allergische Reaktion.
Kalzium vermindert die Freisetzung von Histamin und kann bis zu 1000 mg pro Tag genommen werden. Mangan (bis 50 mg) vermindert die Histaminfreisetzung und Methionin senkt den Histaminspiegel, indem es mit dem Histamin reagiert und es unschädlich macht.
Auch Magnesium (300 bis 600 mg pro Tag) dämpft die Wirkung des Histamins.
In falscher Zusammensetzung oder unangemessener Dosierung können orthomolekulare Subtanzen unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Deshalb sollte ein Arzt mit Kenntnissen auf diesem Gebiet zu Rate gezogen werden. Er entscheidet, inwieweit bei der Verordnung auf andere Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten Rücksicht genommen werden muß.

Zur Behandlung des Heuschnupfens reicht die alleinige Gabe von Vitaminen in der Regel nicht aus; sie ist aber eine wichtige und effektive Ergänzung zu anderen Maßnahmen. Die Wirkung tritt nicht sofort ein, sondern braucht Zeit.
Wer übermäßigem Stress ausgesetzt ist, wer einen Infekt durchmacht und Raucher haben einen erhöhten Bedarf an Vitaminen. Es empfiehlt sich in diesen Fällen, vorübergehend ein Präparat einzunehmen, das den üblichen Tagesbedarf an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen enthält. Alles was mit der Nahrung aufgenommen wird, steht dann zusätzlich zur Verfügung. Von hochdosierten Multivitaminpräparaten, die vor allem in den USA verbreitet sind, raten die meisten Fachleute strikt ab.


Pflanzliche Therapie


Ein Risiko der Behandlung von Allergien mit pflanzlichen Substanzen ist, daß auch auf diese Mittel eine Allergie besteht. Dann würde alles noch viel schlimmer werden. Deshalb werden pflanzliche Stoffe zur Allergiebehandlung nicht empfohlen. Einige Therapeuten schlagen den roten Sonnenhut (Echinacea purpurea) vor. Er ist allgemein bekannt als Mittel zur Steigerung der Immunabwehr. Bei Allergien sollte er nur in begründeten Fällen eingesetzt werden.
Schwarzkümmelöl dämpft übersteigerte Immunreaktionen und kann unterstützend zu anderen Therapien eingenommen werden. Wenn die Augen jucken und gerötet sind, hilft in vielen Fällen das Augentrostkraut (Euphrasia), das es als fertige Augentropfen gibt.

Entspannungsverfahren

Entspannungsübungen sind jedem zu empfehlen, dem es schwer fällt, zur Ruhe zu kommen, abzuschalten und Stress abzubauen. Eine gute Möglichkeit ist das autogene Training oder die progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, die auch den geplagten Heuschnüpfler zu etwas Ruhe verhelfen können.
Das Autogene Training ist leicht zu erlernen: Im Prinzip geht es darum, sich so entspannt wie möglich hinzulegen oder hinzusetzen und sich selbst still bestimmte Sätze zu sagen. Der erste Satz lautet: Ich bin ganz ruhig und entspannt. In nachfolgenden Schritten suggeriert man sich Schwere und Wärme usw. bis eine vollständige Entspannung eintritt. Bei richtiger Ausführung schaltet das vegetative Nervensystem, welches die Organe versorgt, für die Zeit des Übens von der Aktivitätsphase in die Erholungsphase um, wie sie während des Schlafes vorherrscht. Das Autogene Training können Sie in Kursen z.B. an der Volkshochschule erlernen. Auch einige Ärzte bieten es an.

Selbstsuggestion

Ein Satz, den man sich im entspannten Zustand immer wieder sagt, hat eine erstaunliche Wirkung. Was wir uns mit unserer inneren Stimme immer wieder sagen - Positives wie Negatives - wird früher oder später zur Realität. Diese schon lange bekannte Tatsache kann man auch zur Dämpfung der Heuschnupfen-Symptome nutzen. Entscheidend ist, den passenden Satz zu finden. Er muß positiv formuliert sein und darf kein "nein" oder "nicht" enthalten. Wirksam ist ein Satz nur, wenn er in Ihrem Inneren etwas bewegt und mit inneren Bildern und Überzeugungen in Einklang steht. Damit sie leichter einen Satz finden, hier einige Beispiele: "Meine Nase ist angenehm kühl". "Die Pollen prallen an meiner Nasenschleimhaut ab". "Meine Augen weisen die Pollen ab". "Augen kühl und klar".
Ihren Satz sollten Sie sich 3 x täglich in entspanntem Zustand, am besten während des Autogenen Trainings, mehrere Male hintereinander sagen. Zusätzlich, sobald sie die allerersten leichten Anzeichen einer allergischen Reaktion spüren. Stellen Sie sich zusätzlich das Gesagte bildhaft vor.
Mit etwas Übung und Konzentration wird die Selbstsuggestion im Lauf der Zeit immer wirksamer.

Magnetfeldtherapie/Bioresonanztherapie

Anwender dieser Methode behaupten, daß sie eine allergische Reaktion auf ein bestimmtes Allergen abschwächen und sogar löschen kann. Es gibt einige Anwendungsbeobachtungen mit insgesamt mehreren hundert Patienten u.a. von Dr. P. Schumacher, Innsbruck, die diese Erfolge belegen sollen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Untersuchungen, die strengen wissenschaftlichen Kriterien standhalten. Von der wissenschaftlichen Medizin wird die Methode als Kurpfuscherei ohne bewiesene Wirkung angesehen.
Da es verschiedene Geräte gibt, trifft die hier gegebene Beschreibung nicht in jedem Falle genau zu. Das Prinzip: Der Patient wird einem ganz schwachen elektromagnetischen Feld ausgesetzt. Die magnetische Komponente liegt in der Größenordnung des Erdmagnetfeldes. Zwei Varianten sind möglich. Bei der ersten pulsiert das Magnetfeld, d.h. es wird elektronisch mit einer bestimmten Frequenz ein- und ausgeschaltet. Manche Geräte verfügen über feste Programme, durch die bestimmte Frequenzen in einer festgelegten Reihenfolge durchlaufen werden.
Die zweite Möglichkeit ist, die Eigenfrequenzen von homöopathischen Mitteln, von Allergenen oder die eigenen Schwingungen des Patienten mit Hilfe einer festen Frequenz auf den Patienten zu übertragen. Das entspricht dem Prinzip eines Radiosenders, bei dem einer Trägerfrequenz die Schwingungen der Musik oder Sprache aufmoduliert werden. Daß z.B. homöopathische Mittel tatsächlich bestimmte Frequenzen aussenden wurde anhand von Spektralanalysen belegt (Dr. Ludwig, Horb).
Von den Herstellern der Geräte wird oftmals folgendes behauptet: Wenn man die körpereigenen Schwingungen des Patienten umkehrt (invertiert) und auf ihn zurücksendet, werde die Allergie durch Überlagerung der Wellen (Interferenz) gelöscht.
Tatsächlich kennt man ein solches Phänomen in der Akustik. Dort spricht man von Antischall. Piloten tragen gegen den Fluglärm bereits Antischall-Kopfhörer. Bei dieser Technik werden die störenden Frequenzen (Fluglärm) ausgeschaltet, indem ihr Verlauf gemessen und die Phasenlage mit Hilfe der Elektronik um 180 Grad gedreht (invertiert) wird. Das Ergebnis wird in den Kopfhörer eingespielt und neutralisiert den Fluglärm. Ob dieser Effekt tatsächlich bei der Magnetfeldtherapie zum Tragen kommt, ist nicht sicher.
Da die Magnetfeldtherapie bei Kindern und offenbar auch bei Tieren wirkt, kann der therapeutische Effekt nicht nur durch Einbildung zustande kommen (wie die Gegner behaupten).
Eine Wirkung auf die allergische Reaktionsbereitschaft läßt sich nicht wegdiskutieren. Wie diese zustandekommt ist noch unklar. Unser vegetatives Nervensystem, das die Organe versorgt, kann offenbar diese Frequenzen wahrnehmen (ohne daß es uns bewußt wird) und darauf reagieren. Da das vegetative Nervensystem in engem Kontakt mit dem Immunsystem steht, könnte die therapeutische Wikung auf diesem Wege zustande kommen. Bewiesen ist das aber bisher nicht.
Die Methode sollte sicherheitshalber nicht bei Schwangeren oder Patienten mit Herzschrittmacher eingesetzt werden. Ernsthafte Nebenwirkungen treten bei diesem Verfahren - sofern die Angaben der Hersteller berücksichtigt werden - angeblich nicht auf. Es kann anfänglich zu einer leichten Verschlimmerung der Symptome kommen, wie sie als sog. Erstverschlimmerung aus der Homöopathie bekannt ist. Die Therapeuten sehen dies als positives Zeichen an, das signalisiere, daß der Körper auf die Therapie reagiert.
Ob die von Anwendern behauptete Rate von 80% Besserungen tatsächlich zutrifft müssen wissenschaftlich fundierte Untersuchungen noch klären. Ginge es nur jedem zweiten Patienten auf Dauer (!) besser, wäre dies schon ein interessanter Erfolg, der mit Medikamenten nicht so schnell zu erreichen ist.

Darmbakterien und Immmunsystem

So absurd es vielleicht im ersten Moment klingen mag: Unser Darm hat erheblichen Einfluß auf das allergische Geschehen. Erst in den letzten Jahren begann die Wissenschaft den Zusammenhang zwischen dem Darm, dem Immunsystem und dem Gehirn bzw. dem Nervensystem zu erforschen. Unser Darm ist insgesamt etwa 7 Meter lang und sehr kompliziert gefaltet. Diese Falten haben eine unterschiedliche Größe; auf den Großen sitzen kleine Falten, auf den kleinen noch kleinere und so fort, bis zu winzigen Falten, die nur mit einem Elektronenmikroskop zu sehen sind. Würde man diese Falten - rein theoretisch - alle glattziehen, dann würde die innere Auskleidung des Darms die Fläche eines Tennisplatzes einnehmen. Diese riesige Fläche ist notwendig, um die Nahrungsmittel aufzunehmen. Eine enorm schwierige Aufgabe für den Körper ist es, zu prüfen, welche Substanzen gut für ihn sind und durch die Darmwand aufgenommen werden sollen und welche schädlich sind und im Darm verbleiben müssen. Außerdem sind Krankheitserreger abzuwehren. Hier ist das Immunsystem gefordert. Deshalb finden wir den größten Teil unseres Immunsystems entlang des Darm. Der Darm selbst und dieses zum Darm gehörige Immunsystem stehen mit einer Vielzahl von Nervenzellen in Verbindung. Insgesamt gibt es im Bereich des Darms mehr Nervenzellen als im gesamten Gehirn. Deshalb spricht man auch von "Bauchgehirn".
Nervenzellen verständigen sich untereinander über chemische Botenstoffe. Das Bauchgehirn produziert mehr Botenstoffe als das Gehirn. Nicht ohne Grund sagt man "ich entscheide aus dem Bauch heraus". Das Bauchgehirn hat tatsächlich eine wichtige Funktion für unsere Gefühle. Damit das gesamte System ungestört funktioniert, sind nützliche Darmbakterien (Symbionten) erforderlich. Insgesamt beherbergt ein Erwachsener fast 2000 Gramm Bakterien in seinem Darm, die zum Teil auf der Innenfläche des Darms haften. Einige Bakterien sind in der Lage, Vitamine zu produzieren, die der Körper aufnimmt; andere helfen beim Aufschluß der Nährstoffe. Ihre Funktion wird bis heute noch nicht ganz verstanden. Auch die wissenschaftliche Medizin hat mittlerweile erkannt, daß diese Darmbakterien, die in ihrer Gesamtheit Darmflora genannt werden, für den gesamten Organismus und vor allem für das Immunsystem eine wichtige Rolle spielen. Schon vor über 50 Jahren wurde nachgewiesen, daß eine gesunde Darmflora widerstandsfähiger gegen Infektionen macht.
Es gibt viele nützliche Arten von Darmbakterien, die sich vorwiegend von Pflanzenfasern ernähren. Deshalb führt eine gesunde, abwechslungsreiche Kost zu einer gesunden Darmflora. Antibiotika, Süßigkeiten und chemische Zusatzstoffe (Konservierungsmittel) lassen die nützlichen Bakterien absterben und fördern die Ausbreitung von schädlichen Bakterien und Pilzen, deren Stoffwechselprodukte für den Körper Giftstoffe darstellen und die in der Lage sind, die Funktion des Bauchgehirns und des Immunsystems zu stören. Als Folge davon können eine Vielzahl von Erkrankungen auftreten, darunter vor allem auch Allergien.
Aus diesem Grund sollte bei jeder Allergie, auch beim Heuschnupfen, dafür Sorge getragen werden, daß die Darmflora gesund ist.

Symbioselenkung des Darms

Sind deutlich mehr als 100 Pilze pro Gramm Stuhl bei einer Laboruntersuchung festgestellt worden, sollten sie durch eine kohlenhydratarme, möglichst zuckerfreie Ernährung und naturheilkundliche und - falls notwendig - auch durch geeignete Medikamente eliminiert werden. Danach baut man die bakterielle Darmflora wieder auf, indem man für ca.3 Wochen nützliche Darmbakterien in Form eines Präparaes einnimt. Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Präparaten mit unterschiedlichen Bakterienarten. Bewährt haben sich Yoghurtkulturen, die aus zwei verschiedenen Bakterienarten bestehen: Lactobacillus acidophilus und Bifidus-Bakterien. Wenn Sie Yoghurt mit lebenden Kulturen essen, fördern Sie ihre Darmflora. Nach der Elimination von Pilzen aus dem Darm oder bei anderen schweren Störungen der Darmflora braucht der Darm größere Mengen von Bakterien, so daß Yoghurt nicht mehr ausreichend ist.
Acidophilus- und Bifidus-Bakterien gibt es in der Apotheke in Kapseln oder in Form eines Pulvers, das in Wasser oder (falls verträglich) Milch aufgelöst und getrunken wird.
Eine geunde Darmflora sorgt dafür, daß sich Pilze nicht breit machen. Umgekehrt läßt sich sagen: Wenn Pilze nachweisbar sind, ist die Darmflora gestört.

Wie untersucht man die Darmflora?

Über einen Arzt für Naturheilverfahren können Sie eine Stuhlprobe in ein spezialisiertes Labor einschicken und folgende Fragen klären lassen: Sind Pilze im Stuhl vorhanden? Welche Art? Wie aggressiv sind sie? Wieviele sind es pro Gramm Stuhl? Gibt es Auffälligkeiten bei der bakteriellen Zusammensetzung der Darmflora?
Pilze können an der Darmwand festsitzen, so daß sie im Stuhl nicht zu finden sind. Deshalb nimmt man zusätzlich mit einem sterilen Watteträger einen Abstrich von der Zunge und Wangenschleimhaut, um festzustellen ob Pilze im Mund vorhanden sind. Wenn dies zutrifft, ist immer auch der Darm befallen.
Ein nahezu sicheres Zeichen für den Befall des Darm mit Hefepilzen ist Heißhunger auf Süßigkeiten. Es gibt eine Reihe weiterer Hinweise , die aber nicht spezifisch sind, wie Blähungen, Durchfall, Müdigkeit.

Wie geht ein naturheilkundlich arbeitender Arzt vor?*

Jeder Therapeut hat seine eigene Arbeitsweise. Der Ablauf könnte folgendermaßen aussehen. Nach einem Gespräch über die Vorgeschichte (Anamnese) und einer Untersuchung beginnt die kinesiologische Testung. Ziel ist, unter anderem zu klären:
- Welche Faktoren fördern die Allergie (z.B. Störung der Darmflora, Entzündungen der Nasenne benhöhlen, Schwermetallbelastung)?
- Was ist die Ursache für die Allergie? (z.B. welche Pollen; welche Nahrungsmittel; Hausstaub)?
- Muß der Stoffwechsel von Leber, Bauchspeichelsrüse und anderen Organen durch pflanzliche oder homöopathische Mittel gefördert werden?

Das Ergebnis des kinesiologischen Tests entscheidet auch darüber, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind (z.B. Stuhluntersuchung).
Danach wird mit dem Patienten die Therapie besprochen.

[*Quelle: Dr. Veronica Carstens, Allergiebehandlung aus neuer Sicht, Natur und Medizin, Bonn , modifiziert n. Dr. Dr. Dieter Berger, Köln]

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